Café Lokal im März – Die Bayrische Räterepublik und Rojava: zwischen Niederlage und Utopie

Café Lokal/Mit uns kein Krieg! – Die bayrische Räterepublik und Rojava: zwischen Niederlage und Utopie
🟢 Samstag, 21. März; 19:00 Vortrag (Keine Küfa); Feierwerk Farbenladen, Hansastraße 31 81373 München

📍Als nächstes in unserer Veranstaltungsreihe „Mit uns kein Krieg!“ treffen wir Uli Bez & Gulistan Tolay. Wir schauen den Münchner Film-Klassiker von Uli Bez ‚Es geht durch die Welt ein Geflüster‘ (D 1988/2019, 74 Min., OV dt., keine UT) und in der anschließenden Diskussion sprechen wir über: die bayrische Räterepublik, aber auch über Rojava; zusammen und gleichzeitig, weil wir ihre Gemeinsamkeiten und Unterschiede herausfinden möchten, weil wir erfahren wollen, was wir aus Vergangenem für das Gegenwärtige lernen können. Was führte zum scheitern der bayrischen Räterepublik? Wer sind die Verbündete der feministischen Revolution in Rojava? Was lernen wir aus Niederlagen und warum ist es wichtig weiterhin die Geschichten von Utopien zu erzählen? (Um nach dem Film noch genügend Zeit zum diskutieren zu haben, empfehlen wir euch ein bisschen Zeit mitzubringen, sind aber spätestens um 21 Uhr fertig.)

💜 Das Café Lokal findet in dieser feministischen Jahreszeit in den Räumlichkeiten der aktuellen Ausstellung SHE* WHO REMEMBERS – FLINTA & KRIEG im Rahmen des We Won’t Shut Up Festivals. Wir freuen uns eine Veranstaltung aus unserer Reihe ‚Mit uns kein Krieg!‘ inmitten dieser Ausstellung halten zu dürfen und empfehlen euch wärmstens ein Besuch!  

♿ Access/Barrieren: Der Film und die Diskussion sind in deutscher Lautsprache. Der Farbenladen ist über eine Stufe oder eine mobile Rampe zu erreichen. Im Ausstellungsraum gibt es keine Stufen oder Schwellen. Die Toiletten befinden sich im Untergeschoss und sind nur über eine Treppe erreichbar.

Café Lokal (20.02.) – Wichtige Protagonist*innen für die feministisch anti-militaristische Geschichte & Bewegung in München und darüber hinaus

(de) Café Lokal/Mit uns kein Krieg! – Wichtige Protagonist*innen für die feministisch anti-militaristische Geschichte & Bewegung in München und darüber hinaus

🟢 Freitag, 20. März; 19:00 Küfa, 19:30 Vortrag; Ligsalzstraße 8, 80339 München

📍Als nächstes in unserer Veranstaltungsreihe „Mit uns kein Krieg!“ sprechen wir mit Ingrid Scherf über: Berta von Suttner und Clara Zetkin in der Frauenfriedensbewegung vor und nach dem ersten Weltkrieg; über Lida Gustava Heymann und Anita Augsburg in der Münchner Räterepublik; über feministische autonome Strukturen der 70er Jahre. Wir wollen keine lineare Geschichte erzählen, aber Geschichten von kämpfenden Frauen und queers hören, die in München vor uns gewirkt haben und uns Perspektiven für die aktuellen Bewegungen gegen Krieg geben können.

♿ Der Vortrag ist auf deutsch, Flüsterübersetzung auf englisch möglich! Barrieren: Die Ligsalz8 hat eine niedrige Stufe am Eingang und zwei tiefe Stufen zur Toilette. Bringt Tupperdosen für die Reste mit 💚

(eng) Café Lokal/Mit uns kein Krieg! – Important protagonists in the feminist anti-militarist history and movement in Munich and beyond

🟢 Friday, March 20; 7:00 p.m. Küfa, 7:30 p.m. Talk; Ligsalzstraße 8, 80339 Munich

📍Next in our event series „Mit uns kein Krieg!“ (“No war with us!”) we talk to Ingrid Scherf about: Berta von Suttner and Clara Zetkin in the women’s peace movement before and after the First World War; about Lida Gustava Heymann and Anita Augsburg in Munich’s Räterepublik („Soviet Republic“); about feminist autonomous structures of the 1970s. We don’t want to tell a linear story, but rather hear stories of women and queers who fought before us in Munich and can give us perspectives on the current movements against war.

Café Lokal 22.01.26 Zeitenwende: Aufrüstung in Deutschland und der EU

‼️ Die Deutsche Bahn uns einen Strich durch die Rechnung gemacht – Wir starten erst um 20 Uhr ‼️

📍Café Lokal, DONNERSTAG 22.01.2026, 19 Uhr
Zeitenwende – Aufrüstung in Deutschland und der EU

In unserem Januar-Café Lokal laden wir Pablo von der IMI (Informationsstelle Militarismus Tübingen) ein. Im Vortrag wird die Aufrüstung von Deutschland und der EU, insbesondere im Vergleich zu Russland, aber auch insgesamt im internationalen Kontext beleuchtet. Dabei wird das dominante Bedrohungsnarrativ in den politischen und medialen Diskursen in Frage gestellt.
Ein weiterer Aspekt des Vortrags ist die Untersuchung der Rolle der Wehrpflicht und der Rekrutierungspolitik. Auch die Militarisierung von Bildung, Forschung und öffentlichem Diskurs wird thematisiert. Zudem werden die Widerstände gegen diese Entwicklungen und die verschiedenen gesellschaftlichen Reaktionen darauf beleuchtet.

🗣️ Der Vortrag dauert eine Stunde und endet mit einer offenen Diskussion. Flüsterübersetung auf English möglich.
⏰🏫 19:00 Uhr im Eine Welt Haus, Schwanthalerstraße 80
Dieses Mal gibt es leider keine Küfa 🍴 – beim nächsten Mal wieder!

Café Global 19.12. – 19 Uhr Reisebericht: Kommunistischer Widerstand gegenSiedlungspolitik im Westjordanland

Farkha, ein Dorf im Zentrum des besetzten Westjordanlands, gilt als erstes ökosozialistisches Dorf Palästinas. Es lebt von der Olivenernte, welche jedoch zunehmend durch systematische Siedlerinnengewalt gestört oder verhindert wird. Diese reicht von Straßenblockaden und täglicher Schikane bis hin zu gewaltsamen Überfällen. Damit wird die Vertreibung der palästinensischen Bevölkerung angestrebt und palästinensisches Land annektiert. Auf Einladung von Genossinnen vor Ort ist diesen Herbst eine kleine Delegation internationalistischer Gruppen ins Westjordanland gereist, darunter
München International. Neben der gemeinsamen Olivenernte ging es im Austausch mit kommunistischen Organisationen vor Ort darum, Strategien der gegenseitigen Solidarität zu finden: im weltweiten Kampf gegen koloniale Gewalt, imperiale Kontrolle undMilitarisierung.
Wir möchten euch einladen um zu berichten, was wir dort über die israelische Siedlungspolitik gelernt haben und was über den palästinensischen Widerstand dagegen; um Geschichten über sumud zu teilen, die uns dort erzählt und vorgelebt wurden.
Sumud, so nennen Palästinenser*innen ihre jahrzehntelange Standhaftigkeit im Angesicht von Besatzung, Apartheid, und
Genozid.


Der Vortrag ist in der Ligsalzstr. 8, es wird warmes Essen und kalte Getränke ab 19 Uhr geben und um 19:30 Uhr beginnen wir mit dem Vortrag.
Kommt vorbei und sprecht mit uns über die Reise, über die momentane Situation im Westjordanland und über Möglichkeiten des Widerstands und Organisierung.

Flüsterübersetzung auf Englisch ist möglich

Café Global „For the greater good – Beziehungen, Land und Widerstand in Sápmi“

(english below)

📅 Freitag, 27. Juni
🕖 19:00 (7 PM)
📍 Ligsalzstraße 8, 80339 München

🌏 In diesem Café Global freuen wir uns, Camilla Therese Karlsen und Cecilia Persson als Gäste begrüßen zu dürfen. Im ersten Teil werden sie über ihre Beziehung zum Land und ihren Kampf dafür als Sámi Frauen sprechen. Wir fragen: Was bedeutet es, mit dem Land verbunden zu leben und zu arbeiten? Wie unterdrückt und zerstört der koloniale Kapitalismus kontinuierlich das Land, die Grundlage für ein gutes Leben in Sápmi? Welche Beziehung hast du zum Land?
Später werden wir von konkreten Kämpfen hören, die sie in den letzten Jahren geführt haben, insbesondere vom Kampf um Landrechte der Rentierhirtenfamilie von Cecilia in Øyfjellet, Jillen Njaarke sámivillage. Wir werden auch darauf eingehen, wie die Münchener Stadtwerke (SWM) durch Energieprojekte zur Vertreibung der Sámi beitragen. Camilla wird unseren Vortrag und die Diskussion bereichern, indem sie ihre Kunst sowie der Yoik, eine samische Gesangstradition, teilt.

🌱 Diese Veranstaltung findet im Rahmen der Kampagne „500 Jahre Widerstand. Für das Leben – Für das Land“ statt. Die Kampagne ruft im Jahre 2025 vergessene widerständige Geschichte unserer Gesellschaft in Erinnerung. Sie möchte solidarische Lebensweisen stärken, die weiterhin bestehen. Sie erzählt durch verschiedene Ausdrucksweisen die Teile der Geschichte, die in der vorherrschenden Geschichtsschreibung keinen Platz haben: die Geschichte von Dorf und Land, die Geschichte der Kolonisierten und die Geschichte der Frauen und queers.

🍽️ Kühle Getränke und Küfa von der solawi auergarden!
🗣️ Der Vortrag ist auf deutsch und englisch, Flüsterübersetzung auf englisch, deutsch und spanisch möglich! 
♿ Barrieren: Die Ligsalz8 hat eine Stufe am Eingang und leider keine rollstuhlgerechte Toilette (zwei Stufen).

english

Café Gobal „For the greater good – relations, Land, and resistance in Sápmi“

📅 Friday, 27th June
🕖 19:00 (7 PM)
📍 Ligsalzstraße 8, 80339 München

🌏 In this Café Global we are happy to have Camilla Therese Karlsen and Cecilia Persson as our guests. In the first part, they will speak about their relations to and struggles for Land as Sámi women. We ask: What does it mean to live and work connected to the Land? How does colonial-capitalism continuously oppress and destroy the Land, the basis for a good life, in Sápmi? What relations to Land do you have?

Later on, we will hear about concrete struggles they have led in the last years, notably the fight Cecilia’s reindeer herding family has led in Øyfjellet, Jillen Njaarke sámivillage, to fight for land rights. We will also touch on how München Stadtwerke (SWM) play a role in displacing Sámi people through energy projects. Camilla will enrich our talk and discussion by sharing her art, as well as yoik, a Sámi singing practice.  

🌱 This event takes place within the campaign „500 years resistance. For life, For the Land.“ The campaign seeks to commemorate the forgotten history of resistance in our societies of the last 500 years. It seeks to strengthen solidarity-based ways of life that continue to exist. Through various forms of expression, it tells the parts of history that have no place in the dominant way of writing history: the history of villages and the countryside, the history of colonized peoples, and the history of women and other oppressed genders.

🍽️ Cold drinks and community kitchen by solawi auergarden
🗣️ The talk is in English and German, whisper translation to both languages, as well as spanisch is possible.
♿ Barriers: The Ligsalz8 has one step at the entrance and unfortunately no wheelchair accessible toilet (two steps).

📢 Invitation to Café Lokal/Gobal “Queer Struggles in Uganda” on 23.5, 7 pm, Ligsalzstr. 8

​​​​​​​(eng)

– deutsch weiter unten –

As always there will be cold drinks and warm food! Küfa at 7 p.m., start of the talk at 7:30 p.m. The talk is in english, whisper translation into german and spanish is possible! Barriers: Ligsalzstr. 8. has a step at the entrance and unfortunately no wheelchair accessible toilet (two steps). You can find out what Café Lokal is on our website (https://muencheninternational.blackblogs.org/?p=114).

🌏📍 What struggles do our queer siblings face in Uganda, and what struggles do they face here when they decide to flee? We want to talk about this with John Solomon Nabuyanda and other guests. In the first part, John will talk about the 2023 anti-homosexuality bill and its consequences for queer people in Uganda. He will then talk about how queer people in Uganda and neighboring countries are organizing to create safer spaces for each other in their home countries, as well as on the move. In the second part, two queers will join John to talk about how their fight against queerphobia in Germany continues, and how it intersects with racism by the authorities. Finally, our guests will report on the growing Queers Uganda Support Initiative in Munich.

Bring cash for vouchers (@offen.kampagne) and tupperwares for the leftovers! See you there!

(de)📢 Einladung zum Café Lokal/Gobal „Queer Struggles in Uganda“ am 23.5, 19 Uhr, Ligsalzstr. 8. 

Wie immer gibt es kalte Getränke und warmes Essen! Küfa um 19 Uhr, Beginn des Vortrags um 19:30. Der Vortrag ist auf Englisch, Flüsterübersetzung auf Deutsch und Spanisch möglich! Barrieren: Die Ligsalzstr. 8. hat eine Stufe am Eingang und leider keine rollstuhlgerechte Toilette (zwei Stufen). Was Café Lokal ist, erfährst du auf unserer website (https://muencheninternational.blackblogs.org/?p=114).

🌏📍Welche Kämpfe führen unseren queeren Geschwister in Uganda, und welche hierzulande, wenn sie sich entscheiden zu fliehen? Darüber möchten wir mit John Solomon Nabuyanda und weitere Gäste sprechen. Im ersten Teil wird John über das Anti-Homosexuellen-Gesetz 2023 und seine Konsequenzen für queers in Uganda berichten. Dann erzählt er, wie sich queers in Uganda und den Nachbarländern organiseren, um safer spaces für einander im eignen Land und auf der Flucht zu schaffen. Im zweiten Teil wird John zusammen mit zwei Queers berichten, wie sich ihr Kampf gegen Queerfeindlichkeit in Deutschland fortführt und, wie er sich vermischt mit dem Rassismus der Behörden. Zum Schluss werden unsere Gäste noch über die wachsende Queers Uganda Support Initiative in München berichten.

Bringt Bargeld für den Gutscheintausch im Rahmen der offen Kampagne und Tupperdosen für die Essensreste mit! Wir freuen uns!

Rede zur Walpurgisnacht 30.4.2025

Liebe Freund*innen, liebe Genoss*innen, liebe Geschwister, 

Ich spreche für die Gruppe München International und ich grüße euch herzlich. Ich grüße die Nachbarschaften und die Straßen, durch die wir gelaufen sind. Ich grüße und danke den Freund*innen, die uns heute ermöglichen zusammen zu kommen, um unsere Wut und unser Freude miteinander zu teilen. 

Rituale, wie unseren Zug durch die Straßen und den Tanz heute Nacht, schaffen community und sie sind notwendig für das gute Leben, vor allem in Zeiten des aufsteigenden Faschismus. Wir müssen Leben, um zu Kämpfen.

Warum sind wir heute unterwegs, als transfeministische Bewegung, in der Walpurgisnacht? Mit riot energy, trans und queer joy, und feministischer Kraft? Um diese Fragen zu beantworten, möchte ich euch Eindrücke teilen, aus der feministischen Bewegung in München, und euch auch den geschichtlichen Ursprung dieser Nacht ein wenig näher bringen. 

Es gibt verschiedene gute Gründe hier zu sein, viele wurden von meinen Vorredner*innen schon genannt. Und Genoss*innen vor uns, vor 30 oder 40 Jahren, hatten auch gute Gründe. Sie erhebten ihre Stimme gegen alltäglichen Agressionen, sexualisierte Gewalt, aber auch Ausbeutung und Krieg. Sie stellen die Analyse auf, dass Unterdrückung lokal und international verwoben ist. 

Am 30. April, in der Nacht zum 1. Mai 1977 zogen Münchner Genoss*innen an der Walpurgnisnacht durch die Straßen vom Stachus zur Münchner Freiheit. In ihrem Demo Bericht schreiben sie: 

„Frauenlachen, Fackeln, die die Nacht zum Tag machen – ein langer Zug von Frauen, der sich vom Stachus aus in Bewegung setzt. Es hat keine Rolle gespielt, mit welchem Anspruch kommt die Frau, bei der du dich gerade unterhakst, […]. – Du hattest einfach ein Gefühl der Geborgenheit, der Stärke, unter so vielen Frauen (ca. 1.000), du konntest mit ihnen was anfangen, das heißt, sie waren noch nicht tot, noch nicht abgestumpft gegen sowas wie Demonstrieren; demonstrieren hatten viele Frauen so begriffen, als sich darstellen: Hexen mit Besen, mit Masken aus Gips, unter denen du ein Gesicht nicht wiedererkannt hast.“

Am 30. April 1986 treffen sich unsere Genoss*innen wieder am Stachus, dieses Mal sind sie etwa 150 und ziehen mit einem unangemeldeten (!) Demozug Richtung [Frauenknast am Maria-Hilf-Platz, wo eine Genossin auch festgenommen wird.] An dieser Stelle begrüße ich herzlich die Freund*innen, die diese Demo organisiert haben und auch heute mit uns hier sind. 

Ihr Demo-Bericht erscheint unter dem Titel „Verreckt doch an der Strahlung und sterbt für diesen Staat – wir bekämpfen euren Krieg und das Patriarchat“. Das sind ihre Worte:

„Gerade in den letzten Wochen wird viel über Kriegsgefahr diskutiert. Vielleicht wird auch gerade über das atomare Unglück in der Sowjetunion gesprochen. Das ist nur die Spitze von Männerideologie und Männerwissenschaft. Für uns Frauen aber gilt in diesem kapitalistischen System noch etwas anderes. Für uns Frauen ist der Krieg bereits da, spätestens seit Hexen auf Scheiterhaufen verbrannt wurden.

[…] Deshalb sind wir hier. Hier zur Walpurgisnacht. Wir rufen auf zum Widerstand gegen den alltäglichen Männlichkeitswahn, die internationale Ausbeutung und Kriegstreiberei. Wir erobern uns unsere Energien, Kräfte, Phantasien und Rechte zurück.“

In der Nacht vom 30. April. zum 1. Mai 1585, fliegen Hexen auf ihren Besen auf den Blocksberg im Harz. Ganz oben auf dem Gipfel, in mitten dies tiefen Waldes, feiern sie Walpurgnisnacht, den Übergang zur schönen Jahreszeit. Das Treffen ist aber geheim. Mit großer Vorsicht haben die Hexen, aller Geschlechter übrigens, Ort und Zeit gewählt. Es gibt Feuerrituale, sie tanzen im Kreis um das riesige Feuer, sie tanzen sich in Trance, sie fühlen sich als würden sie fliegen. Auch nicht-menschliche Wesen sind dabei, viele Ziegenböcke, die auf den Hinterpfoten stehen und Tieren mit Hörnern, die Flügel haben wie riesige Fledermäuse. Die Hexen sind nackt oder nur leicht bekleidet, ihre Körper sind ungezähmt. Einige Hexen und Ziegeböcke sind verflochten in sinnlicher Verbindung. Auch die nackten menschenlichen Körper, pulsieren vor Lust. Sie kreischen, summen, singen, tanzen. Sie zaubern! Sie machen Zauberei!

Diese Geschichte ist angelehnt an den Bildern und Beschreibungen der Walpurgisnacht des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit. In dieser Zeit erobert der frühe Kapitalismus die Welt, und führt Krieg gegen das Leben von Menschen auf der ganzen Welt.

Diese [imaginierten] Zusammenkünfte zur Walpurgisnacht von Kirche und Adel als Vorwurf genutzt, um Hexen für Ketzerei und Hexerei zu verurteilen, zu foltern und auf dem Scheiterhaufen zu verbrennen. Zu den Vorwürfen gehörte auch, Hexen würden mit dem Teufel verkehren, hätten mit ihm Pakte geschlossen und würden Kinder töten. Sie werden für Krankheiten und Tod verantwortlich gemacht. Dies Vorwürfe werden auch auf jüdische Gemeinschaften ausgedehnt, der heilige jüdische Wochentag Sabbat wird in Verbindung mit den geheimen Treffen gesetzt, dadurch entsteht später der Begriff „Hexensabbat“. 

Diese misogynen, sexistischen und queerfeindlichen Tötungen finden während der Hexenverfolgung im 16. und 17. Jahrhundert ihren Höhepunkt. 40.000 bis 60.000 queers und Frauen werden ermordert.

Warum erzähle ich das? Ich möchte uns alle dazu einladen, uns darauf zu besinnen, mit welcher Erinnerung diese Nacht auch zusammenhängen muss. Aber auch: welches Potential es birgt, sich auf diese Nacht, die Walpurgsnacht oder der Hexensabbat, zu besinnen. Lasst uns Ritualen schaffen, die community schaffen! Dieser Demozug heute ist ein Beispiel dafür. Lasst uns transfeministisch Zaubern, in dem wir unsere Körper zum vibrieren bringen, unser Freund*innen küssen! Lasst uns in dieser riot energy und feministischer Freude, uns organisieren! Wir können uns nur auf das Erbe der zauberhaften Ritualen und der Hexerei der Walpurgisnacht beziehen, wenn wir auch das Erbe der Verfolgung und Repression nicht vergessen, es ernst nehmen, und gegen die Verfolgung und Repression von heute kämpfen! Deswegen:

Organisiert euch!
Hex Hex!

THE FORGOTTEN COLONY: 50 YEARS OF SAHRAWI RESISTANCE

SAVE THE DATE: MAY 14, 7PM

📣 We are excited to announce our upcoming event in May: THE FORGOTTEN COLONY: 50 YEARS OF SAHRAWI RESISTANCE

For over 50 years, Morocco has been illegally occupying the Western Sahara. Companies like Siemens profit. Our event wants to shed light into a decades long occupation that remains largely overlooked.

🎤 Featuring Najla Mohamed-Lamin, a Sahrawi human rights activist, educator, and advocate dedicated to women’s rights and environmental issues and leading voice of the struggle.

🎬 The evening will begin with a film screening “Insumisas”, a moving documentary about the women’s fight against Morocco’s illegal occupation of the Western Sahara. Following, we will have a discussion with Najla about green colonialism, the connection between the Sahrawi struggle and the Palestinian struggle and the role of women at the forefront.

FREE ENTRY – DONATIONS WELCOME

An event by Decolonial Practices Group, München International and marxistische Linke

Kurt Eisner – Ein Leben gegen Nationalismus & Militarismus. Für den Rätesozialismus

Wann? 21.02. Essen: 19:00; Vortrag: 19:30
Wo? Ligsalz 8
Wie immer gibt es kalte Getränke und warmes Essen. Der Vortrag ist auf deutsch, Flüsterübersetzung auf englisch und spanisch möglich!

Zum 106. Todestags Kurt Eisners wollen wir ein Blick auf das Wirken des Revolutionärs werfen.
Der Journalist erlebte den Aufstieg des Deutschen Kaiserreichs, schrieb unter Repression für die sozialdemokratische Presse, verließ seine Partei, als diese sich nicht gegen den Krieg stellte. Als Mitbegründer der Unabhängigen Sozialdemokraten (USPD) in Bayern führte er die Antikriegspartei in den Januarstreik 1918 und stand dann mit an der Spitze der Bayerischen Revolution im November 1918. Damit endete der Erste Weltkrieg und die Monarchie.
Wir zeigen Zeitzeug*innenberichte und danach wird Ingrid Scherf versuchen, Eisners politischen Weg zum Rätesozialisten zu umreißen. Sie war Kuratorin die Ausstellung „Revolutionär und Ministerpräsident – Kurt Eisner (1867-1919)“ im Stadtmuseum München. Die Räteidee fand und findet immer wieder in fortschrittlichen, internationalistischen Basisbewegungen Widerhall. Die Unrechtssysteme dieser Welt haben diese Idee und diese Bewegungen immer aufs Härteste bekämpft, weil sie den Menschen zeigen, dass es ohne Gerechtigkeit keinen Frieden geben wird. No justice! No peace!

Bringt Bargeld für Gutscheine und Tupperdosen für die Essensreste mit!

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eng:

Kurt Eisner – A life against nationalism & militarism. For council socialism
When? 21.02. Dinner: 19:00; Talk 19:30
Where? Ligsalz 8
As always, there will be cold drinks and hot food. The lecture is in German, whispered translation into English and Spanish possible!

On the 106th anniversary of Kurt Eisner’s death, we want to take a look at the revolutionary’s work.
The journalist experienced the rise of the German Empire, wrote for the social democratic press under repression and left his party when it did not oppose the war. As a co-founder of the Independent Social Democrats (USPD) in Bavaria, he led the anti-war party into the January strike of 1918 and was then at the forefront of the Bavarian Revolution in November 1918, which ended the First World War and the monarchy.
We will show reports by contemporary witnesses and then Ingrid Scherf will try to outline Eisner’s political path to becoming a council socialist. She was curator of the exhibition “Revolutionary and Prime Minister – Kurt Eisner (1867-1919)” at the Munich City Museum. The idea of councils has always resonated with progressive, internationalist grassroots movements. The unjust systems of this world have always fought this idea and these movements with the utmost severity, because they show people that there will be no peace without justice. No justice! No peace!

Café Global am 24.10.24

(english below)(de)
📢 Einladung zum Café Global am 24.10.24 um 18 Uhr, dieses Mal am „Uni for Palestine“ Protestcamp am Professor-Huber-Platz.

Wir freuen uns den zweiten Teil unserer Veranstaltungsreihe zu „alternativen Gesellschaftsformen“ mit euch auf dem Protestcamp „Uni for Palestine“ zu gestalten. Für Getränke und für Essen können wir leider nicht sorgen, aber bringt gerne was für euch und andere mit zum teilen. Der Input und Diskussion ist auf deutsch, Flüsterübersetzung kann spontan organisiert werden! Das Camp ist barrierearm zugänglich und eine rollstuhlgerechte Toilette ist in der Universität vorhanden.

🌏 Wie schon am letzten Cafe Global zum Thema „demokratischer Konföderalismus“ möchten wir auch dieses Mal gesellschaftliche Strukturen, kollektive Formen des Zusammenlebens, Organisierung und Versorgungsstrukturen diskutieren. Am Beispiel der kurdischen Bewegung haben wir diskutiert, wie ein Zusammenleben möglich ist, in dem unterschiedliche Ethnien und Kulturen eine gemeinsame Vision praktisch umsetzen. Interessanterweise gibt es viele Parallelen dieser Organisationsform, die sich auch in der zapatistischen Autonomie wiederfinden. Hingegen der Vorstellung, die zapatistische Autonomie begrenzt sich auf ein abgeriegeltes Territorium, ist ihre Organisation jedoch viel komplexer. Hunderte von Dörfern, in denen verschiedene Sprachen gesprochen werden organisieren sich als gemeinsame Basis abseits vom Staat. Die Entscheidungen werden in den Dorfversammlungen getroffen und dann über eine Art Rätesystem überregional umgesetzt. Damit schaffen die Zapatistas ein Grundgerüst, das mit den Säulen der Autonomie: Bildung, Produktion, Gesundheit und Erinnerungskultur fest verankert ist. Dieses hart erarbeitete Autonomie ist momentan heftigen Angriffen und Gewalt ausgesetzt und muss auf vielen verschiedenen Ebenen verteidigt werden.

Wir möchten mit euch über diese besondere Form der Gesellschaftsstruktur diskutieren und darüber sprechen, welche Elemente davon auch in anderen Teilen der Welt umgesetzt werden können, besonders wie sie abseits von Nationen, Staatlichkeit und Herrschaft nach praktischen Lösungen sucht.
In Mexiko gibt es viele verschiedene indigene Gruppen, die den Aufbau und die Verteidigung ihres Wissens, ihrer Beziehung zum Land und untereinander als „Verteidigung des Territoriums“ beschreiben. Auch dieses Konzept möchten wir mit euch diskutieren, denn es birgt viele Möglichkeiten die Beziehung zu Land, Lebewesen und der (eigenen) Kultur wiederherzustellen, auch wenn diese Beziehung durch Krieg, Gewalt und Zerstörung immer wieder erschüttert wurde.

Wir freuen uns auf die Diskussion mit Euch!

(eng)
📢 Invitation to Café Global on 24.10.24 at 6 pm, this time at the „Uni for Palestine“ protest camp at Professor-Huber-Platz.

We look forward to organizing the second part of our series of events on „alternative forms of society“ with you at the „Uni for Palestine“ protest camp. Unfortunately we can’t provide food and drinks, but please bring something for you and others to share. The input and discussion will be in German, whispered translation can be organized spontaneously! The camp is barrier-free accessible and a wheelchair-accessible toilet is available at the university.

🌏 As at the last Cafe Global on the topic of „democratic confederalism“, we would like to discuss social structures, collective forms of coexistence, organization and supply structures. Using the Kurdish movement as an example, we discussed how it is possible to live together in which different ethnicities and cultures put a common vision into practice. Interestingly, there are many parallels between this form of organization and the Zapatista autonomy. However, contrary to the idea that Zapatista autonomy is limited to a cordoned-off territory, its organization is much more complex

Hundreds of villages in which different languages are spoken organize themselves as a common basis away from the state. Decisions are made in the village assemblies and then implemented supra-regionally via a kind of council system. In this way, the Zapatistas create a basic framework that is firmly anchored in the pillars of autonomy: education, production, health and a culture of remembrance. This hard-earned autonomy is currently exposed to fierce attacks and violence and must be defended on many different levels.

We would like to discuss with you this particular form of social structure and what elements of it can be implemented in other parts of the world, especially how it seeks practical solutions beyond nations, statehood and domination.
In Mexico, there are many different indigenous groups that describe the construction and defense of their knowledge, their relationship to the land and to each other as „defense of territory“. We would also like to discuss this concept with you, as it holds many possibilities for restoring the relationship with the land, living beings and their (own) culture, even if this relationship has been repeatedly shaken by war, violence and destruction.

We look forward to the discussion with you!